Moskau * Alexander Solschenizyn ist im Alter von 89 Jahren an Herzversagen gestorben. Der Tod des russischen Schriftstellers und Literatur-Nobelpreisträgers wurde von RIA Novosti bekannt gegeben. Weltruhm brachte Alexander Solschenizyn sein Werk “Der Archipel GULag” – eine 1969 fertig gestellte siebenbändige Dokumentation über den Stalin-Terror, das in Russland erst nach der Perestroika veröffentlicht werden durfte.
Alexander Solschenizyn, der russische Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger wurde weltberühmt für seine Dokumentation “Der Archipel GULag”. 1974 wurde Solschenizyn dafür aus der Sowjetunion ausgewiesen – und feierte im Mai 1994 (siehe Foto) seine triumphale Heimkehr.
Alexander Solschenizyn: Stationen des Lebens
Der weltberühmte Schriftsteller Alexander Solschenizyn * Александр Исаевич Солженицын ist in der Nacht zum Montag im Alter von 89 Jahren an Herzversagen gestorben. Weltruhm brachte ihm sein Werk “Der Archipel GULag” – eine 1969 fertig gestellte siebenbändige Dokumentation über den Stalin-Terror. Das Werk erschien zunächst nur im Ausland, in der Heimat durfte es erst nach dem Beginn der Perestroika veröffentlicht werden.
Dissident Solschenizyn wurde im Februar 1945 erstmals verhaftet – an der Front. Aufgrund kritischer Äusserungen in privaten Briefwechseln über Josef Stalin und die russische Literatur wurde er zu acht Jahren Straflager und lebenslänglicher Verbannung verurteilt. Aber gerade diese Jahre prägten ihn als Schriftsteller.
Vom Leninpreisträger zum Dissidenten Solschenizyn…
Seine Erzählung “Ein Tag aus dem Leben von Iwan Denissowitsch” * Один день Ивана Денисовича, in der der Alltag eines GULag-Häftlings beschrieben wird, erschien 1964 in der Zeit des chrustschowschen “politischen Tauwetters”. Für dieses Werk wurde der Autor sogar für den Leninpreis nominiert.
Seine späteren halb-autobiographischen Romane “Die Krebsstation” und “Im ersten Kreis der Hölle” durften allerdings wegen der scharfen Kritik am Sowjet-Regime nicht mehr veröffentlicht werden. 1969 wurde er aus dem sowjetischen Schriftstellerverband ausgeschlossen.
Am 12. Februar 1974 wurde Solschenizyn festgenommen und einen Tag später des Landes verwiesen. Er wurde nach Westdeutschland gebracht, lebte dann in Zürich und siedelte später in die USA über.
Alexander Solschenizyns triumphale Rückkehr
Seine triumphale Heimkehr im Mai 1994 – er traf zunächst im Fernen Osten Russlands ein und reiste anschliessend mehrere Tage lang mit dem Zug durch das ganze Land nach Moskau – fand in den postsowjetischen Medien grosse Resonanz.
Allerdings hatte Solschenizyn auch im neuen Russland Probleme, einen gebührenden Platz zu finden. Zwar wurde er von der russischen Regierung für “Der Archipel GULAG” mehrmals ausgezeichnet, seine späteren Werke wurden aber eher kühl aufgenommen. Sein letztes großes Werk, die Dokumentation “200 Jahre zusammen”, in dem er die jüdisch-russische Geschichte von 1795 bis 1916 darstellt, stiess wegen antisemitischen Tönen auf zum Teil heftige Kritik.
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Sources: Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen:
RIA Novosti und Wikipedia.
Personalities: Alexander Solschenizyn * Александр Исаевич Солженицын.
Copyrights: © Foto: Wikipedia.
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