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Boris Pasternak: Die berüchtigte “Schweinerede” vor dem Komsomol

Publiziert am 07. Juli 2008 von Krusenstern

Moskau * Ende Oktober 1958 hielt der Vorsitzende der kommunistischen Jugendorganisation Komsomol * Комсомол die berüchtigte „Schweinerede“. Wladimir Semitschastny verglich Boris Pasternak mit Schweinen. Nach dieser unglaublichen Diffamierung wollte Boris Pasternak * Борис Леонидович Пастернак Selbstmord begehen. Wir präsentieren das Filmdokument im russischen O-Ton mit französischen Untertiteln und unserer deutschen Übersetzung.

“In jeder guten Herde hat es ein schwarzes Schaf. Unsere sozialistische Gesellschaft hat ihr schwarzes Schaf in der Person von Boris Pasternak mit seinem verleumderischen Werk. Dieser Mann spuckt in das Gesicht unseres Volkes. Ein Schwein scheisst nie dorthin, wo es isst und niemals dorthin, wo es schläft. Man kann Pasternak nicht einmal mit einem Schwein vergleichen, denn ein Schwein würde nie das tun, was er getan hat. Pasternak hat dort hingeschissen, wo er gegessen hat.”


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Sources: Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen:
Historische Filmaufnahme.

Personalities: Boris Pasternak * Борис Леонидович Пастернак.

Trotzdem kann der Text unvollständige Fakten oder nicht korrekte Angaben enthalten, die bei entsprechenden Rückmeldungen selbstverständlich umgehend korrigiert werden.


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  • 4 Kommentare für diesen Artikel

    1. AndreasNo Gravatar schreibt:

      Er sagt nicht “scheißt in das Gesicht unseres Volkes” sondern “spuckt”. Ansonsten ist der Ton rauer, als die Übersetzung vermuten lässt. (Du hast zum Beispiel solche Formulierung wie “so genanntes” in Bezug auf Werk weg gelassen).

      Ich bin nörglerisch, - ich weiß.

    2. Jürg VollmerNo Gravatar schreibt:

      Wörtlich übersetzt heisst es im dritten Satz der Rede tatsächlich “spuckt”, was ich in der ursprünglichen Fassung auch schrieb.

      Nach Gesprächen mit (selbst aus der langen zeitlichen Distanz empörten) russischen Muttersprachlern hatte ich mich aber entschlossen, den rüden Ton des Komsomol-Vorsitzenden und späteren KGB-Chefs Wladimir Semitschastny quer durch die ganze Rede sinngemäss zu übernehmen.

      Jetzt bin ich mir aber selbst nicht mehr so sicher. Ich denke, ich ändere den dritten Satz doch wieder, weil “ins Gesicht spucken” auch in der deutschen Sprache eine bekannte Redewendung ist.

      Jürg Vollmer

    3. AndreasNo Gravatar schreibt:

      Das ist die klassischste aller Überlegungen: Soll man so übersetzen, wie “es” gemeint ist, - oder wörtlich?

      Wichtig wäre aber, das “so genannte” vor “Werk” mitzuübersetzen und zu schreiben, um das Intrigante der Rede hervorzuheben. Und - kleine, weitere Anmerkung - obwohl “Proiswedenije” durchaus mit “Werk” übersetzt werden kann, führt diese Übersetzung zu sprachlich-emotionalen Mißverständnissen, weil im Deutschen “das Werk” für “alles” eines Autoren gelten kann, eine “Proiswedenije” dagegen nur ein einzelnes Stück beschreibt.

      Wer genau sein will, grübelt länger.

      Grüße von einem Muttersprachler!

    4. KrusensternNo Gravatar schreibt:

      Deine Argumente für das “so genannte” sind richtig, herzlichen Dank! Ich werde die Übersetzung umgehend verbessern.

      Der Plural von “Werk” kann in der deutschen Übersetzung dagegen eher nicht verwendet werden, da Pasternak bekanntlich nur einen Roman geschrieben hat. Deshalb denke ich, ist der Singular hier angebracht. Einverstanden?

      Jürg Vollmer

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    Kommentare

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