Zürich * Werke von Dimitri Schostakowitsch und Sergei Prokofjew spielt das Orchester Zofingen am 3. Mai 2008 unter dem Titel “Russlands Seele” * “Душа России”: Das Violinkonzert Nr. 1 in D-Dur op. 19 von Prokofiew sowie Theatermusik zu “Hamlet” op. 32 und Filmmusik aus “New Babylon” von Schostakowitsch. Die Werke sprühen von Einfallsreichtum und Ursprünglichkeit, eine reiche Instrumentierung gibt ihnen Glanz und Farbe.
“Russlands Seele” * “Душа России” — was könnte sie besser ausdrücken als die Musik von Dimitri Schostakowitsch * Дмитрий Дмитриевич Шостакович und Sergei Prokofjew * Сергеи Сергеевич Прокофьев.
Beide wurden in die Wirren um das Ende des Zarenreichs hinein geboren. Sie erhielten in dieser wechselvollen Zeit ihre Ausbildung am legendären Sankt Petersburger Konservatorium * Санкт-Петербургская государственная консерватория имени Н.А. Римского-Корсакова, der eine vor, der andere einige Jahre nach der Oktoberrevolution 1917.
“Russische Seele” zwischen Exil und Deportation
Viele russische Künstler emigrierten während diesen unruhigen Jahren ins Ausland. Prokofjew verliess Russland 1918 und zog über die USA im April 1920 nach Paris. Nach einem ersten “Heimatbesuch” 1927 in der Sowjetunion “pendelte” er einige Jahre zwischen Moskau und Paris – um 1936 endgültig nach Moskau zurückzukehren. Schostakowitsch dagegen blieb zeitlebens in Russland respektive der Sowjetunion, obwohl er von den jeweiligen Machthabern oft massiv kritisiert wurde.
Beide Komponisten wurden von Stalin gefördert, der die Kunst als wichtiges Instrument des politischen Kampfes betrachtete. Sie fielen bei ihm aber auch in Ungnade und wurden als “Formalisten” gebrandmarkt. “Das ist albernes Zeug, keine Musik” sagte Stalin über eine Oper von Schostakowitsch, die er als “Chaos statt Musik” bezeichnete, voller “linksradikaler Zügellosigkeit” und “kleinbürgerlichem Neuerertum”. Für andere Künstler bedeuteten solche Schmähungen aus dem Munde Stalins Kerker, Deportation und Tod. Schostakowitsch und Prokefjew geschah aber nichts, wahrscheinlich rettete sie ihr grosses Ansehen im Westen vor dem Schlimmsten.
So ähnlich ihr Schicksal war, so verschieden waren ihre Charaktere. In jungen Jahren war Schostakowitsch von Prokefjew sehr beeindruckt. Später ging er mit den Mächtigen geschickter um als dieser und erhielt die besseren Preise. Das erregte den Neid Prokofjews. Die beiden hatten ein eher kompliziertes Verhältnis…
Daniela Müller ist Solistin in Prokofjews Violinkonzert
Das Orchester Zofingen spielt am 3. Mai 2008 im Stadtsaal Zofingen Werke, die beide Komponisten in jungen Jahren geschrieben haben. Sie sprühen von Einfallsreichtum und Ursprünglichkeit. Die äusserst reiche Instrumentierung gibt ihnen Glanz und Farbe. Im “Hamlet” kommt zudem noch der Sprecher Matthias Heep dazu, der die Dramatik mit den dazugehörigen Texten unterstreicht. Die Leitung hat Christoph Moor.
In Prokofjews Violinkonzert spielt die Solistin Daniela Müller. Die ausserordentlich talentierte junge Geigerin aus Luzern ist neben ihrer Arbeit im Mondrian Ensemble Konzertmeisterin in der basel sinfonietta und Mitglied des Ensemble Phoenix Basel und des Onyx Ensemble.
Konzert:
19.15 Uhr Werkeinführung
20.00 Uhr Konzert im Stadtsaal
Eintritt:
30 Franken / 15 Franken (Jugendliche).
Vorverkauf:
ab 22. April 2008 bei Uhren Bijouterie Droz, Zofingen
Telefon 062 751 11 06
Sources: Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen:
Orchester Zofingen
Personalities: Daniela Müller, Dimitri Schostakowitsch * Дмитрий Дмитриевич Шостакович und Sergei Prokofjew * Сергеи Сергеевич Прокофьев.
Copyrights: © Foto: Orchester Zofingen
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