Winterthur * Die Ausstellung über “russische” Unterwäsche aus Winterthur im Museum Lindengut geht mit einem Konzert der russisch-schweizerischen Gruppe Trojka zu Ende. Alexander Ionov, Oleg Lips und Lukas Heuss spielen von russischer Volksmusik über Klezmer bis Jazz – passend zur Ausstellung, die den historischen Bogen von der Wolga nach Winterthur schlägt. Vor der musikalischen Finissage am Sonntag, den 19. Oktober 2008, findet eine letzte Führung durch die Ausstellung statt.

Modell in Unterwäsche von Sawaco.

Ein Model in Unterwäsche von Sawaco. Die Firma gehört heute allerdings nicht mehr der deutsch-schweizerisch-russischen Familie Achtnich und die Unterwäsche wird nicht mehr in Winterthur produziert.

Die Familie Achtnich verbindet deutsch-schweizerische mit russischen Wurzeln

Wer von der Industriestadt Winterthur spricht, denkt in erster Linie an Motoren und Lokomotiven. Weniger bekannt ist die Strickerei Achtnich, die zuerst unter dem Namen Häggli, später als Sawaco in Winterthur hochwertige Unterwäsche produzierte. Unter dem Begriff “swiss ribbed underwear” fanden diese Strickwaren den Weg bis nach England und Amerika.

Die 1885/86 von Walter Achtnich-Glitsch gegründete Unterwäsche-Fabik blieb drei Generationen lang ein Familienunternehmen und beschäftigte in ihrer Blütezeit mehrere Hundert Personen. In den 1980er-Jahren zog sich die Familie aus dem Geschäft zurück, 1990 wurde die Strickerei stillgelegt. Die Geschichte der Firma Achtnich-Sawaco ist heute ein Teil der industriellen Vergangenheit Winterthurs und der Schweiz.

Die bisher gut besuchte Ausstellung im Museum Lindengut zeigt noch bis 19. Oktober 2008 die Geschichte der Familie Achtnich, welche deutsche mit russischen Wurzeln, Geschäftssinn mit karitativem Handeln, pietistisches Gedankengut mit dem Interesse an der eigenen Herkunft verbindet. Edle Unterwäsche und reich gestaltete Ahnentafeln sind Teil einer einzigen Geschichte, Fabrik- ist auch Familiengeschichte.

Musikalische Finissage mit einer speziellen Führung und Trojka

19. Oktober 2008
Finissage der Ausstellung über “russische” Unterwäsche aus Winterthur
Museum Lindengut
14.30 Uhr Führung mit Peter Niederhäuser
16.00 Uhr Konzert mit Trojka

Eintritt: (Ausstellung und Konzert)
15 Franken

Oleg Lips und Alexander Ionov von Trojka.

Oleg Lips und Alexander Ionov von Trojka. Zusammen mit dem Schweizer Lukas Heuss spielen sie von traditioneller russischer Volksmusik über Klezmer bis Jazz – passend zur Ausstellung “Unterwäsche aus Winterthur”, die den historischen Bogen von der Wolga nach Winterthur schlägt.


About this story:

Sources: Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen:
Museum Lindengut, Archiv der Familie Achtnich.

Personalities: Peter Niederhäuser, 1964 geboren, studierte Geschichte und Romanistik an den Universitäten Zürich, Lausanne und Leipzig. Seit 1998 ist Niederhäuser Teilzeitmitarbeiter des Staatsarchivs Zürich als Bearbeiter der Urkunden-Regesten. Neben Lehraufträge an der Universität Zürich stehen die Zürcher Landesgeschichte und Winterthur im Zentrum seiner Forschungsarbeit.

Walter Achtnich-Glitsch, Trojka mit Alexander Ionov, Oleg Lips und Lukas Heuss.

Copyrights: © Foto Jürg Vollmer / Krusenstern und Sawaco.

Trotz sorgfältiger Recherche kann der Text unvollständige Fakten oder nicht korrekte Angaben enthalten, die bei Rückmeldungen selbstverständlich umgehend korrigiert werden.

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