PDF Version

Ina Ruck: Neue Leiterin des ARD-Studios in Moskau

Publiziert am 11. Februar 2009 von Krusenstern

Moskau * Ina Ruck ist neue Leiterin des ARD-Studios Moskau, wo sie schon 1995-2000 sowie 2005-2007 als Korrespondentin gearbeitet hat. Die 46jährige Slawistin folgt auf Thomas Roth, der als Studioleiter in das ARD-Studio New York gewechselt ist. Ruck wurde mit dem Axel Springer Preis für junge Journalisten sowie mit dem Prix Bayeux des Correspondants de Guerre ausgezeichnet.

Ina Ruck, die neue Moskau-Korrespondentin der ARD.

Ina Ruck, die neue Leiterin des ARD-Studios Moskau.

Ina Ruck: Zum dritten Mal Moskau-Korrespondentin

Ina Ruck studierte in Münster und Wien Slawistik, Politikwissenschaft und Publizistik. Auslandsstudien führten sie nach Moskau und Oxford. Von 1990 bis 1992 volontierte Ina Ruck beim NDR. In dieser Zeit war sie auch mehrere Monate im ARD-Studio Moskau unter dem damaligen Studioleiter Gerd Ruge. Ruck erlebte dabei unter anderem den August-Putsch mit, bei dem eine Gruppe sowjetischer KP-Funktionäre ihren Präsidenten Michail Gorbatschow vorübergehend absetzte und versuchte, die Kontrolle über das Land zu erlangen.

Nach Beendigung des Volontariats wechselte Ina Ruck zum WDR, für den sie von Juli 1995 bis Juli 2000 erstmals als ARD-Korrespondentin im Studio Moskau tätig war. Nach fünf Jahren als Redakteurin in Köln und im US-Wahljahr 2004 im ARD-Studio Washington ging Ina Ruck von Februar 2005 bis Mai 2007 erneut als ARD-Korrespondentin nach Moskau. Im Wahljahr 2007/2008 arbeitete sie wieder im ARD-Studio Washington, bevor sie im Dezember 2008 zum dritten Mal als ARD-Korrespondentin nach Moskau zog – dieses Mal allerdings als Leiterin des ARD-Studios Moskau.

Ina Ruck: Gefährliche Reisen und ehrenhafte Preise

Als Moskau-Korrespondentin blieb Ina Ruck nie lange im Studio, auf ihrem Reiseprogramm standen oft höchst gefährliche Einsätze. Mehrere Male war sie in Tschetschenien, auch während des Zweiten Tschetschenien-Krieges. In Grosny filmte sie unter anderem bei der Wiedereröffnung eines Gymnasiums, dessen Direktor Avalu Ajdamirow sie in einem Flüchtlingslager kennen gelernt hatte. Auch Jahre später ist die tiefe Freundschaft zwischen der Russland-Korrespondentin und dem tschetschenischen Deutschlehrer ungebrochen. Den Film, den sie im Jahr 2000 im belagerten Grosny drehte, hält sie für eine ihrer wichtigsten Arbeiten: “Lasst uns lernen, wieder zu leben”.

Dass sie ein Faible, ja eine schicksalhafte Verbindung zu diesem Land hat, gibt Ina Ruck freimütig zu. Ihr “russischer Weg” begann in ihrer Geburtsststadt Unna, wo seit 1951 ein Auffanglager für teilweise bis 3.600 deutschstämmige Migranten aus der der Ex-Sowjetunion liegt. Ruck liess sich offen mit dieser “fremden Kultur” in ihrer Nachbarschaft ein und entdeckte ihre Liebe zur russischen Sprache. So war es nur konsequent, dass sie Slawistik studierte und zum Studium des Russischen sowie später für ein ARD-Volontariat nach Moskau reiste.

Dort wurde sie von Gerd Ruge entdeckt, gefördert und in die Arbeit des Moskauer ARD-Studios eingebunden, welches traditionell dem WDR “gehört”, obwohl die Volontärin eigentlich beim NDR unter Vertrag stand. Ina Ruck nennt die Korrespondenten-Legende Gerd Ruge deshalb nicht nur “meinen Entdecker, sondern auch mein grosses journalistisches Vorbild”. Ein Vorbild, das verpflichtet.

Ina Ruck erhielt für Ihre Arbeit denn auch schon einige Auszeichnungen. Ihre mehrstündige Live-Reportage aus Moskau zum 50. Jahrestag des Sieges der Roten Armee über Hitlerdeutschland wurde 1996 mit dem Axel Springer Preis für junge Journalisten ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhielt sie erneut im Jahr 1998 für ihre ARD-exclusiv-Reportage “Jagd nach dem schwarzen Gold” über Kaviarfischer an der Wolga. 2000 wurde Ina Ruck für ihre Reportage “Lasst uns lernen, wieder zu leben” über ein Gymnasium in Grosny mit dem Prix Bayeux des Correspondants de Guerre.


About this story:

Sources: Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen:
WDR.

Personalities: Ina Ruck.

Copyrights: © Fotos: WDR.

Trotz sorgfältiger Recherche kann der Text unvollständige Fakten oder nicht korrekte Angaben enthalten, die bei Rückmeldungen selbstverständlich umgehend korrigiert werden.


Verwandte Beiträge:

  • Horst Kläuser: “Manchmal kann man an Russland verzweifeln!”
  • Moskau-Korrespondent Thomas Roth: Der vollständige ARD-Tagesschau-Chat
  • Umstrittenes ARD-Interview mit Putin: Videos in Deutsch und Russisch
  • Eric Hoesli: “Die Medien sehen in Russland nur, was sie sehen wollen!”
  • Die besten russischsprachigen Weblogs 2008: MetroDream, Above Usual und Maratochka
  • Einen Kommentar schreiben

    Bitte beachten Sie die Kommentarregeln.

    Aktuell im Krusenstern-Fotoarchiv:

    Basislager in der Binz, Zürich, Atelier-Eingang)Basislager in der Binz, Zürich (7.7.2009), maiak-AtelierBasislager in der Binz, Zürich (7.7.2009), maiak-Atelier

    Alle Fotos ansehen

    athrazit 2009

    .

    Kommentare

    • engel: Ihr Artikel ist super amüsant und sehr informativ. Ich habe 14 Jahre auf der Krim gewohnt. Freue mich über...
    • Mueller und Meier: Bin gerade jetzt in Odessa und es erinnert tatsaechlich stark an Russland. Mehr Schein als Sein...
    • robert: @ Herr Kursell: Frau Pugacheva war die erste Künstlerin welche in einem Song (Arlekino) ein Schauspiel...
    • robert: Also ich muss sagen ich liebe Pugachevas Stimme. Sie ist prägnant, hat einen exzellenten...
    • Serg: Weiß jemand ob dieser Film jemals im Ausland präsentiert wird?

  • Creative Commons License
  • View Juerg_Vollmer's profile on slideshare
  • TwitterCounter for @krusenstern
  • http://www.wikio.de
  • Twingly BlogRank
  • blogoscoop
  • Add to Technorati Favorites