Olga Martynova * Ольга Мартынова (* 1962 in Dudinka * Дудинка, Region Krasnojarsk) ist eine in russischer und deutscher Sprache schreibende Essayistin und Rezensentin.
Lebenslauf
Olga Martynova wurde 1962 in Dudinka * Дудинка geboren, in der sibirischen Region Krasnojarsk, und ist im damaligen Leningrad aufgewachsen. Nach ihrem Studium der russischen Sprache und Literatur in Leningrad zog Martynova 1991 nach Deutschland. Mit ihrem Mann, dem Autor Oleg Jurjew, und einem Sohn lebt die Autorin in Frankfurt/Main.
Olga Martynova schreibt in russischer und deutscher Sprache. Sie publizierte seit 1993 zahlreiche Beiträge in russischsprachigen Periodika, die wiederum in das Deutsche, Französische, Italienische, Dänische, Englische übersetzt wurden.
Als Essayistin und Rezensentin ist Olga Martynova seit 1991 für renommierte deutschsprachige Publikationen tätig, von der Neuen Zürcher Zeitung NZZ über DIE ZEIT bis zur Frankfurter Rundschau.
Werke
* 2007 – “Franzusskaja biblioteka”. Gedichtband, erschien in Moskau
* 2006 – “Rom liegt irgendwo in Russland. Zwei russische Dichterinnen im lyrischen Dialog über Rom”. Mit Jelena Schwarz, Verlag Edition Per Procura, Wien
* 2003 – “Wer schenkt was wem” (de.), Essays im Rimbaud Verlag, Aachen
* 2001 – “Brief an die Zypressen” (de.). Gedichtband im Rimbaud Verlag, Aachen (Rezension in der NZZ)
* 1998 – “Четыре времени ночи” * “Vier Jahreszeiten der Nacht” (rus.)
* 1993 – “Сумасшедший кузнечик” * “Der verrückte Grashüpfer” (rus.)
* 1989 – “Поступь январских садов” * “Schrittgang der Januargarten” (rus.)
Zitate
Im Dürren…
Im Dürren und Seidenen der deutschen Zunge
Spielt im Dunkeln des Strauchs der unsichtbare Nachtvogel
Fleissig die deutschen Tonleitern ab.
Für mich als russischen Menschen sind sie hier alle auf Deutsch “Nachtigallen”.
Im Brotigen, Euterwarmen der russischen Sprache zirpt
Ein mir von hier unsichtbares Heimchen, liebes Heimchen,
Im Himmel mit dem blassgewaschenen Mond schwimmen die schnurrbärtigen Welse,
Im Fluss mit dem zerbrochenen Mond spiegeln sich Hechte,
Oben und unten - Stille, links und rechts - Zirpen,
Nachtigallenschlag, Schluchzer - die sittsamen Tonleitern heulen auf einmal auf
Wie eine siebensaitige russische Gitarre, das Heimchen jedoch will nichts davon hören.
(aus: “Brief an die Zypressen”, Gedichte, 2001, Rimbaud Verlag)
Auszeichnungen
* 2000 Hubert-Burda-Preis für osteuropäische Lyrik
Links
Nowaja Kamera Chranenija (rus.), Gedichte und Essays über Gedichte von Anna Achmatowa
Veröffentlichungen in russischen Literaturzeitschriften (rus.)
Olga Martynova in “Die Neue Literaturkarte Russlands” (rus.)
In Krusenstern publiziert
* Die Kunst des Schachs – Russlands Opposition vor der Präsidentenwahl, 18. Februar 2008
* Russische Literatur: Das Ende der avantgardistischen Moderne, 27. Februar 2008










