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PinchukArtCentre von Oligarch Victor Pinchuk will mit Eckhard Schneider Weltklasse werden

Publiziert am 14. September 2008 von Krusenstern

Kiew * Das PinchukArtCentre in Kiew hat den renommierten deutschen Kulturmanager Eckhard Schneider als Spiritus rector engagiert. Der bisherige Direktor des Kunsthauses Bregenz gilt als profilierter Kenner der internationalen Kunstszene. Er soll mit dem PinchukArtCentre den Oligarchen Victor Pinchuk * Віктор Миха́йлович Пінчук und die Ukraine in die oberste Weltklasse der Gegenwartskunst katapultieren.

Der Kunsthistoriker Eckhard Schneider im Porträt.Der 65-jährige deutsche Kunsthistoriker und Kulturmanager Eckhard Schneider ist seit 2000 Direktor des noch jungen Kunsthauses Bregenz im österreichischen Vorarlberg, das durch seine Aufbauarbeit heute zu den führenden Ausstellungshäusern in Europa gehört. Er war dort unbestritten und hätte noch einen Vertrag bis 2010 gehabt.

Wie der Vorarlberger Kulturlandesrat erklärte, wollte man Schneider aber keine Steine in den Weg legen und werde ihn deshalb schon Ende September nach Kiew ziehen lassen: “Schneider hat ein überaus attraktives Angebot einer Kunsteinrichtung in Kiew erhalten, in einem Haus, das durch einen reichen Mäzen beste Arbeitsbedingungen bietet.” Tatsächlich erwarten Schneider ab 1. Oktober 2008 in Kiew die Herausforderung zum Aufbau eines neuen privaten Museums für Gegenwartskunst, die Entwicklung einer Sammlung von Weltklasse – und ein gut dotiertes Portefeuille für die Kunstankäufe des Oligarchen Victor Pinchuk.

Der ukrainische Oligarch und Mäzen Victor Pinchuk.

Der ukrainische Oligarch Victor Pinchuk gehört mit 5 Milliarden Dollar Vermögen zu den 200 reichsten Menschen der Welt und will mit dem neuen PinchukArtCentre in Kiew in die Weltklasse der Gegenwartskunst.

Victor Pinchuk als Mäzen des PinchukArtCentre in Kiew

Der Mäzen Victor Pinchuk * Віктор Миха́йлович Пінчук wurde 1960 in Kiew geboren und gehört mit 5 Milliarden Dollar Vermögen gemäss Forbes zu den 200 reichsten Menschen der Welt. Pinchuk machte sein Vermögen im Stahl-Business und ist der Schwiegersohn von Ex-Präsident Leonid Kutschma. Demo Oligarchen gehören unter anderem auch vier TV-Sender und mit Fakty i Kommentarii * Факты и комментарии eine der meistgelesenen ukrainische Zeitungen.

Seit 1998 engagiert sich Pinchuk als Philanthrop mit grossem finanziellem und persönlichem Engagement in verschiedenen vor allem sozialen und kulturellen Projekte in der Ukraine. All diese Aktivitäten bündelte er 2006 unter dem Dach der Victor Pinchuk-Foundation * Фонд Віктора Пінчука.

Darunter auch sein ehrgeizigstes Projekt, das PinchukArtCentre in Kiew, mit dem Pinchuk grosse Pläne hat: Es soll dem Oligarchen und der Ukraine das Tor zur internationalen Kunstwelt öffnen und neben dem Museum of Modern Art in New York, dem Guggenheim-Museum in New York und dem Centre Pompidou in Paris zur Drehscheibe der zeitgenössischen Kunst werden.

PinchukArtCentre in Kiew, ein Museum mit Hindernissen

Für sein Gegenwartsmuseum hatte Pinchuk ursprünglich “den schönsten Ort in ganz Europa” ausgesucht, ein altes Zeughaus mit 13.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche gegenüber dem Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra * Києво-Печерська лавра. Der damalige Parlamentsabgeordnete Pinchuk hatte das Zeughaus dem Verteidigungsminister abgerungen und dem Kulturministerium übertragen lassen, welches es im selbstverständlich uneigennützigen Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft wiederum dem Oligarchen Pinchuk zur Nutzung übergeben wollte.

Nach der Orangen Revolution 2004 plädierte Kutschmas Schwiegersohn plötzlich für eine strikte Trennung von Politik und Wirtschaft, was möglicherweise damit zusammenhängt, dass er seinen einflussreichen Parlamentssitz verloren hatte und die neue Regierung auf dem Arsenal ein eigenes Museum bauen will.

Pinchuk zeigte sich flexibel und eröffnete im September 2006 nach nur zehn Monaten Bauzeit andernorts in Kiew sein Museum für Gegenwartskunst. Dort zeigt er seine sagenumwobene Privatsammlung, zu der neben Werken zeitgenössischer russischer und ukrainischer Künstler auch Werke der absoluten Weltklasse der Gegenwartskunst gehören. Aufsehen erregende 150.000 Besucher strömen dort in jede Ausstellung und Pinchuk tut mit spektakulären Einkäufen an internationalen Auktionen alles dazu, dass es noch mehr werden. Mit Eckhard Schneider hat er deshalb einen Spiritus rector in das PinchukArtCentre geholt, der sein Museum für Gegenwartskunst in der Ukraine in die oberste Weltklasse katapultieren soll.


About this story:

Sources: Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen:
Victor Pinchuk-Foundation, PinchukArtCentre, Kunsthaus Bregenz, art Das Kunstmagazin, ORF, Forbes, Tagesspiegel.

Personalities: Eckhard Schneider, Victor Pinchuk * Віктор Миха́йлович Пінчук, Leonid Kutschma.

Copyrights: © Fotos: Victor Pinchuk-Foundation.

Trotz sorgfältiger Recherche kann der Text unvollständige Fakten oder nicht korrekte Angaben enthalten, die bei Rückmeldungen selbstverständlich umgehend korrigiert werden.

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  • 1 Kommentare für diesen Artikel

    1. RafaelNo Gravatar schreibt:

      Vielen Dank für den guten Bericht aus der Kunst und Wirtschaftswelt. Bin gespannt, ob sich ein Besuch im besagten Zentrum lohnen wird:)

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    Kommentare

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