Moskau * Der mit 20.000 Dollar dotierte unabhängige Russische Booker-Preis 2008 geht an den ukrainischen Schriftsteller Michail Jelisarow für seinen provozierenden Roman “Der Bibliothekar” * “Библиотекарь”. Der Russische Booker * Русский Букер ist der erste nicht staatliche Literaturpreis in Russland seit 1917 und wird als wichtigster Literaturpreis für russischsprachige Autoren seit 1992 jährlich vergeben.

Der ukrainische Schriftsteller Michail Jelisarow wird für seinen provozierenden Roman Der Bibliothekar mit dem Russischen Booker-Preis 2008 ausgezeichnet.
Russischer Booker-Preis 2008 für Michail Jelisarow
Michail Jelisarow * Михаил Елизаров wurde 1973 im ukrainischen Iwano-Frankiwsk geboren, studierte in Charkow Russische Sprache und Literatur, Gesang – er ist ausgebildeter Opernsänger – und danach ab 1995 in Hannover Regie. Nach dem Studium arbeitete Michail Jelisarow unter anderem als Regisseur und Kameramann, während er seine ersten Erzählungen schrieb.
“Meine Geschichten”, so erklärt Michail Jelisarow, “sind eine ganz normale Mischung aus Horror, Science-Fiction und Gesellschaftskritik.” Nach Erscheinen seines ersten Romans “Die Nägel” (Russisch im Jahre 2001, Deutsch im Jahre 2003) wurde Jelisarow deshalb gleichzeitig als “übler Provokateur” wie auch als “neuer Star am russischen Literaturhimmel” gefeiert. Zitate aus seinen Erzählungen wurden in der literarischen Szene Moskaus zu viel zitierten Sprichwörtern.
Heute lebt Jelisarow abwechselnd in Berlin und in Moskau. Anlässlich der Preisverleihung für den Russischen Booker-Preis 2008 erklärte Michail Jelisarow, dass er seinen nun ausgezeichneten zweiten Roman “Der Bibliothekar” * “Библиотекарь” während eines Aufenthaltes in Deutschland und Österreich geschrieben habe.
Bericht des kremlnahen Fernsehsenders NTW * НТВ über die Auszeichnung des Schriftstellers Michail Jelisarow mit dem Russischen Booker-Preis 2008.
Bericht des staatlichen Fernsehsenders Zvezda * Телеканал Звезда über die Auszeichnung des Schriftstellers Michail Jelisarow mit dem Russischen Booker-Preis 2008.
Russischer Booker-Preis: Alle Preisträger seit 1992
Russischer Booker-Preis 1992 - Mark Charitonow
Russischer Booker-Preis 1993 - Wladimir Makanin
Russischer Booker-Preis 1994 - Bulat Okudschawa
Russischer Booker-Preis 1995 - Georgi Wladimow
Russischer Booker-Preis 1996 - Andrei Sergejew
Russischer Booker-Preis 1997 - Anatoli Asolski
Russischer Booker-Preis 1998 - Alexander Morosow
Russischer Booker-Preis 1999 - Michail Butow
Russischer Booker-Preis 2000 - Michail Schischkin
Russischer Booker-Preis 2001 - Ljudmila Ulizkaja
Russischer Booker-Preis 2002 - Oleg Pawlow
Russischer Booker-Preis 2003 - Ruben Gallego
Russischer Booker-Preis 2004 - Wassili Aksjonow
Russischer Booker-Preis 2005 - Denis Guzko
Russischer Booker-Preis 2006 - Olga Slawnikowa * Ольга Славникова:
“2017″ (bisher nicht in Deutsch erhältlich)
Russischer Booker-Preis 2007 - Alexander Ilitschewski * Александр Иличевский (Weblog russ.):
“Matisse” (bisher nicht in Deutsch erhältlich) * “Матисс”
Russischer Booker-Preis 2008 - Michail Jelisarow * Михаил Елизаров / Михаил Елизаров (Weblog russ.):
“Der Bibliothekar” (bisher nicht in Deutsch erhältlich) * “Библиотекарь”
Sources: Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen:
Русский Букер, Михаил Елизаров (Weblog russ.), RIA Novosti, Zvezda * Телеканал Звезда (der staatliche Fernsehsender gehört dem russischen Verteidigungsministerium), NTW * НТВ (der kremlnahe Fernsehsender gehört Gazprom-Media).
Personalities: Olga Slawnikowa * Ольга Славникова, Alexander Ilitschewski * Александр Иличевский (Weblog russ.), Michail Jelisarow * Михаил Елизаров / Михаил Елизаров (Weblog russ.).
Copyrights: © Fotos: Михаил Елизаров (Weblog russ.), Videos: Телеканал Звезда.
Trotz sorgfältiger Recherche kann der Text unvollständige Fakten oder nicht korrekte Angaben enthalten, die bei Rückmeldungen selbstverständlich umgehend korrigiert werden.




















05. Dezember 2008 um 09:41
Jetzt bin ich richtig neugierig auf das Buch! Da es nicht auf Deutsch erschienen ist, gibt es denn irgendwelche Informationen darüber, worum es geht, was an seinen Büchern so provozierend sein soll?
Schöne Grüße,
Petra van Cronenburg
05. Dezember 2008 um 10:40
Ich habe auf die Schnelle – ausser mehr oder minder emotionalen Blogbeiträgen im RuNet und diesem “Klappentext” in bookz.ru – keine wirklich hilfreichen Rezensionen gefunden. Vielleicht kennt ein Krusenstern-Leser echte Rezensionen in Deutsch, Englisch oder Russisch?
05. Dezember 2008 um 14:04
Danke für die schnelle Rückmeldung!
Ich habe mich auch noch einmal umgetan und finde in den deutschsprachigen Medien nur immer die gleiche kurze Meldung, offensichtlich dauert das ein Weilchen. Vielleicht kommt demnächst ein Beitrag in einer der Kultursendungen?
Rezensionen seines auf Deutsch erschienenen Buchs “Die Nägel” gibt es dagegen, inwieweit er provozieren könnte, wird darin nur angedeutet (Gesellschaftskritik).
Da wären z.B. an seriösen unaufgeregten Quellen:
Die Literaturzeitschrift Sandammeer:
http://www.sandammeer.at/rezen.....naegel.htm
Der Perlentaucher, u.a. mit Feuilletonstimmen zu “Die Nägel”:
http://www.perlentaucher.de/autoren/12754.html
Der Deutschlandfunk:
http://www.dradio.de/dlf/sendu.....kt/165760/
Für Rezensionen seines preisgekrönten Buches in Fremdsprachen müsste man die Übersetzungen abwarten…
05. Dezember 2008 um 22:06
Danke für die Links zu den deutschsprachigen Rezensionen, mehr ist offenbar nicht vorhanden. Und was ich an russischer Literaturkritik über “Der Bibliothekar” gefunden habe, würde einen Marcel Reich-Ranicki noch mehr verzweifeln lassen als der deutsche Fernsehpreis…
… vom Gegenteil lasse ich mich aber mit einem Link auf eine relevante Rezension gerne überzeugen.