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Alla Pugatschowa & Udo Lindenberg: “Wozu sind Kriege da?”

Publiziert am 05. Januar 2009 von Krusenstern

Moskau * “Wozu sind Kriege da?” sangen Alla Pugatschowa und Udo Lindenberg 1985 in Moskau im Duett. Mit diesem Lied startet die neue Krusenstern-Serie “Russkaja Musika”, in welcher regelmässig ein spezielles Lied aus der russischsprachigen Musikgeschichte vorgestellt wird. Die Krusenstern-Leser können uns ihre Erinnerungen zu diesem Lied und gerne auch ihr Hintergrund-Wissen dazu schreiben – und die schönsten vergleichbaren Lieder.

Die russische Sängerin Alla Pugatschowa.

Die russische Sängerin Alla Pugatschowa sang 1985 mit Udo Lindenberg das Lied Wozu sind Kriege da?

Udo Lindenberg: Vom “Tatort” in den “Sonderzug nach Pankow”

Wir beginnen mit einem deutsch-russischen Duett, welches der deutsche Rockmusiker, Schriftsteller und Maler Udo Lindenberg schrieb. Ursprünglich war Lindenberg Schlagzeuger – und dies vom Feinsten. Er spielte Schlagzeug beim legendären deutschen Jazz-Saxophonisten Klaus Doldinger auf der LP “Passport” sowie für die von Doldinger komponierte Ur-Fassung der Tatort-Titelmusik.

1983 feierte Udo Lindenberg mit dem “Sonderzug nach Pankow” (nach dem Swing-Klassiker “Chattanooga Choo Choo”) einen Riesenerfolg und löst damit in der DDR eine heftige Diskussion aus. Im Stück forderte Lindenberg vom damaligen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker, im symbolgeladenen Schloss Schönhausen im Berliner Bezirk Pankow auftreten zu dürfen, welches lange Sitz des Staatsrates der DDR war: “All die ganzen Schlager-Affen dürfen da singen…”.

Tatsächlich durfte Udo Lindenberg am 25. Oktober 1983 zum ersten und einzigen Mal in der DDR auftreten – aber “nur” im Berliner Palast der Republik und auch dort durfte er seinen “Sonderzug nach Pankow” nicht singen.

Udo Lindenberg und sein Lied “Wozu sind Kriege da?”

Schon 1981 sang Udo Lindenberg erstmals “Wozu sind Kriege da?” auf einer gleichnamigen Single, und zwar im Duett mit Pascal Kravetz, dem 10-jährigen Sohn seines Panikorchester-Pianisten Jean-Jacques Kravetz. 1982 erscheint das Lied dann auf der LP “Intensivstation”.

1985 kann Udo Lindenberg sein Lied “Wozu sind Kriege da?” in der Hauptstadt der Sowjetunion singen, damals auf beiden Seiten des Eisernen Vorhanges eine Sensation . Gleich sechs Konzerte gibt der deutsche Rockmusiker anlässlich der 12. Weltjugendfestspiele in Moskau vor 26.000 Teilnehmern aus 157 Ländern. Vor allem viele Fans aus der DDR nehmen eine lange Reise in Kauf, um ihr Idol in der sowjetischen Hauptstadt sehen zu können.

Auf der Bühne im Gorki Park standen mit Udo Lindenberg und der russischen Popsängerin Alla Pugatschowa zwei charismatische Musiker-Legenden und fragten mit gemischt deutsch-russischem Text “Wozu sind Kriege da?”.

Interessanterweise änderten Udo Lindenberg und Alla Pugatschowa die Textzeile “Und ich fürchte mich in diesem Atomraketenwald” ab in “Ich fürchte mich in diesem Wald aus westlichen Raketen” * “Мне страшно, в лесу западных ракет”. Diese Version ist auch auf der LP “Radio Eriwahn” zu hören, deren A-Seite in Moskau eingespielte Studio-Tracks und die B-Seite Live-Mitschnitte aus den Moskauer Konzerten enthält.

“Wozu sind Kriege da?” gehört eindeutig zu den Lieblings-Songs von Udo Lindenberg, das Antikriegs-Lied ist nämlich inklusive der Single und den Langspielplatten “Intensivstation” sowie “Radio Eriwahn” auf vier (!) weiteren Lindenberg-Schallplatten zu hören: “Songs instead of letters” (1988), “Gänsehaut” (CD 1988), “Panikpräsident” (2003) und “Absolut Udo Lindenberg” (2004).

Wie kam Alla Pugatschowa zu Lindenberg und “Wozu sind Kriege da?”

Nun zum russischen Part dieses Duetts: Alla Pugatschowa * А́лла Бори́совна Пугачё́ва gilt als Mutter der russischen Pop-Kultur. In den 1970er und 1980er-Jahren schuf sie mit ihrem Theater des Liedes neue Melodien und Darstellungsformen, welche damals in Osteuropa unbekannt waren. Alla Pugatschowa setzte sich für die Liberalisierung der Kunst in der Sowjetunion ein und forderte mehr Individualismus und Kreativität auf der Bühne.

Mit ihren neuen Musikformen verband Alla Pugatschowa westliche Rhythmen mit russischen Melodien, vom Volkslied und der Romanze bis zum Hard-Rock. Zudem legte sie grossen Wert auf das Niveau der Texte ihrer Musik. Die Popularität von Alla Pugatschowa in der Sowjetunion erreichte am Anfang der 1980-er Jahre “bis dahin völlig unbekannte, fast neurotische Ausmasse”, schreibt ein Rezensent.

Hunderte Millionen von illegalen Kassettenaufnahmen der Lieder von Alla Pugatschowa kursierten in der Sowjetunion, weil die offiziellen Langspielplatten für viele Sowjet-Bürger unerschwinglich waren, und ihre Songs belegen auch nach dem Zusammenbruch des Riesenreiches 1991 die Hitparaden der russischsprachigen Länder.

Alla Pugatschowa erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und durfte als erste sowjetische Sängerin Welttourneen unternehmen. Dabei arbeitete sie unter anderem mit ABBA zusammen, mit Joe Dassin – und mit Udo Lindenberg.

Leider habe ich bei meinen Recherchen nicht herausgefunden, wie Alla Pugatschowa zu Udo Lindenberg und seinem Antikriegs-Lied “Wozu sind Kriege da?” kam. Die russische Wikipedia schreibt in ihrem Lexikonbeitrag zu Alla Pugatschewa, die beiden Musiker hätten sich 1986 “während einer erfolgreichen Tournee in Schweden kennen gelernt” – was offensichtlich falsch ist. Vielleicht kennt ein Krusenstern-Leser den Hintergrund?

(Ein ausführliches Porträt der russischen Sängerin folgt zu einem späteren Zeitunkt.)

Im Video singt Udo Lindenberg “Wozu sind Kriege da?” leider nicht mit Alla Pugatschowa. Vielleicht findet ein Krusenstern-Leser irgendwo in Rutube oder Youtube ein Video mit Alla Pugatschowa & Udo Lindenberg?

Alla Pugatschowa & Udo Lindenberg: “Wozu sind Kriege da?”

Алла Пугачёва с Удо Линденбергом: “Зачем война?”

Wozu sind Kriege da?

Keiner will sterben,
das ist doch klar.

wozu sind denn dann Kriege da?
Herr Präsident,
du bist doch einer von diesen Herren.

Du musst das doch wissen,
kannst du mir das ‘mal erklären?
Keine Mutter will ihre Kinder velieren
und keine Frau ihren Mann.
Also,
warum müssen Soldaten losmarschieren ?
Um Menschen zu ermorden - mach mir das mal klar.

Wozu sind Kriege da?

Herr Präsident,
ich bin jetzt 10 Jahre alt
und ich fürchte mich in diesem Atomraketenwald.
Sag mir die Wahrheit,
sag mir das jetzt.

Wofür wird mein Leben auf’s Spiel gesetzt ?
Und das Leben all der ander’n - sag mir mal warum!
Die laden die Gewehre und bring’n sich gegenseitig um.
Sie steh’n sich gegenüber und könnten Freunde sein

Doch bevor sie sich kennenlernen, schiessen sie sich tot.
Ich find’ das so bekloppt
warum muss das so sein ?

Habt ihr alle Milliarden Menschen überall auf der Welt
gefragt, ob sie das so wollen?
Oder geht’s da auch um Geld?
Viel Geld für die wenigen Bonzen,
die Panzer und Raketen bau’n

Und dann Gold und Brillianten kaufen für ihre eleganten Frau’n.
Oder geht’s da nebenbei auch um so religiösen Mist?
Dass man sich nicht einig wird
welcher Gott nun der wahre ist?
Oder was gibt’s da noch für Gründe
die ich genauso bescheuert find’.
Na ja,
vielleicht kann ich’s noch nicht verstehen
wozu Kriege nötig sind.

Ich bin wohl noch zu klein.
Ich bin ja noch ein Kind.

Die Langspielplatte Radio Eriwahn von Udo Lindenberg.

Die LP Radio Eriwahn von Udo Lindenberg.

CD/DVD von Alla Pugatschowa & Udo Lindenberg: “Wozu sind Kriege da?”

“Wozu sind Kriege da?”

auf
“Radio Eriwahn”
Alla Pugatschowa & Udo Lindenberg, Live im Gorky Park, Moskau

sowie

“Intensivstation”, CD 1982
“Songs instead of letters”, * “Песни вместо писем”, CD 1988
“Gänsehaut”, CD 1988
“Panikpräsident”, CD 2003
“Absolut Udo Lindenberg”, CD 2004

“ФРГ. 1985-1987″, DVD
Alla Pugatschowa & Udo Lindenberg
(Auszüge aus einem ZDF-Porträt über Alla Pugatschowa sowie Konzertmitschnitte mit Udo Lindenberg aus den Jahren 1985 und 1987)
Erhältlich bei Pugacheva-Sale.com

Welcher Krusenstern-Leser kennt weitere deutsch-russische Duette?

Zum Schluss eine Aufforderung an alle Krusenstern-Leser: Senden Sie uns Ihre Erinnerungen zu diesem Lied und gerne auch ihr Hintergrund-Wissen dazu. Zum Beispiel, wie Alla Pugatschowa zu Udo Lindenberg und seinem Antikriegs-Lied “Wozu sind Kriege da?” kam. Vielleicht kennen Sie auch irgendwo in Rutube oder Youtube ein Video, in welchem Udo Lindenberg das Lied “Wozu sind Kriege da?” zusammen mit Alla Pugatschowa singt?

Und dann würde ich mich zusammen mit vielen Krusenstern-Lesern über Ihre Tipps zu weiteren deutsch-russische Duetten freuen! Schreiben Sie bitte Ihre Erinnerungen, Ihr Hintergrund-Wissen oder Ihre Tipps in die Kommentare am Schluss dieses Beitrages.


About this story:

Sources: Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen:
Udo Lindenberg Songbook, Rita Mitzkatis.

Personalities: Alla Pugatschowa * А́лла Бори́совна Пугачё́ва, Udo Lindenberg.

Copyrights: © Fotos: А́лла Бори́совна Пугачё́ва, Udo Lindenberg. © Video: Youtube.

Trotz sorgfältiger Recherche kann der Text unvollständige Fakten oder nicht korrekte Angaben enthalten, die bei Rückmeldungen selbstverständlich umgehend korrigiert werden.

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  • 10 Kommentare für diesen Artikel

    1. Gregor v. KursellNo Gravatar schreibt:

      Die Russische Musik ist wunderbar, von der Klassik über den Rock, die Lieder der Kriegsjahre und es gibt auch in der Pop-Szene einiges bemerkenswertes. Warum dann diese interessante Reihe ausgerechnet mit zwei Interpreten beginnen, die immer noch auf der Bühne herumhampeln, obwohl sie sich schon überlebt hatten, als dieses Lied gemeinsam trällerten. Noch dazu ein Gutmenschen-Song, der ausschließlich dazu dient, über den Duett-Effekt (ein bekannter Name + ein anderer bekannter Name aus einem anderen Bereich = doppelte Einnahmen) mehr Geld zu scheffeln.

      Ich frage mich seit Jahren, wie in einem Land, das über so großartige musikalische Traditionen verfügt, eine Figur wie Pugatschowa mit ihren billigen Imitaten schlechter westlicher Popmusik so populär werden konnte.

      Es gibt musikalisch so viel Besseres in Rußland als das!

    2. KrusensternNo Gravatar schreibt:

      Es gibt tatsächlich “musikalisch so viel Besseres in Russland” als Alla Pugatschowa, da gebe ich Ihnen recht. In der neuen Serie “Russkaja Musika” möchte ich mich aber bewusst nicht auf die Hochkultur beschränken – wie auch immer man diese definieren will – sondern die russische Musik(geschichte) widerspiegeln. Unabhängig von Jahreszahlen und Geschmäckern, die bekanntlich verschieden sind.

      Hier wie dort sehe ich es nicht als meine Aufgabe an, in meinen Beiträgen Zensuren zu verteilen (wenn es mich mal juckt, nutze ich dazu die Kommentare).

      Ich möchte die russischsprachige Kultur verstehen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede schätzen lernen. Und aus meiner eigenen Sozialisation weiss ich, dass Musik die Wahrnehmung, das Denken, Fühlen und Handeln der Menschen masgeblich bestimmt. Deshalb wird Musik ja auch politisch genutzt, wie die Änderung der Textzeile in “Wozu sind Kriege da?” zeigt, aber auch der Auftritt des “Rebellen” Udo Lindenberg im Moskau der 1980er-Jahre.

      Zudem wäre es aus meiner Sicht journalistisch geradezu fahrlässig, eine der populärsten russischsprachigen Musikerinnen zu ignorieren, von der Hunderte Millionen von illegalen Kassettenaufnahmen in der Sowjetunion kursierten.

      Letztendlich gehe ich in der neu begonnenen Serie “Russkaja Musika” aber ganz pragmatisch vor. Ich suche spannende Geschichten zur Musik – und die Reihenfolge bestimmt der Zufall.

      Die zwanzig Jahre alte alte Langspielplatte (!) von Udo Lindenberg geriet mir nämlich beim Aufräumen in die Hände, nächste Woche schreibe ich über die neu gekaufte CD von drei Moskauer Jazzern, übernächste Woche nach dem Konzert einer russischen Rock-Folk-Punk-Ska-Volksmusik-Truppe vielleicht über diese und so weiter.

      Und dabei entdecke ich, was auch Sie geschrieben haben: “Die russische Musik ist wunderbar!”

    3. Lukas PuschNo Gravatar schreibt:

      Lieber Jürg Vollmer,

      sie haben völlig recht.

      Und zur Verteidigung von Alla Pugatschowa… ich habe Aufnahmen von ihr aus den 1970er-Jahren die sind wirklich Klasse (Auch wenn dieses Duett nicht wirklich dazu gehört.)

    4. Andreas SolfNo Gravatar schreibt:

      Ach Jürg, - ich bins wieder. Die Nervensäge.

      Also:

      (1) Honecker saß als Staatsratsvorsitzender nie in Pankow. Das dortige Schloß war zeitweilig ein Provisorium, - bis Anfang der sechziger Jahre. Unter Ulbricht. Dort sind im Übrigen auch nie Künstler aufgetreten, weder die aus Ost, noch die aus West. Aber Sonderzug nach Pankow klingt besser, als Sonderzug nach Mitte. Künstlerische Freiheit.

      (2) Lindenberg löste mit seinem Sonderzug nach Pankow ein allgemeines Schmunzeln aus, weniger Diskussionen. Die hatten wir selbst. Wir im Osten waren kein Naturvolk, denen man aus dem Westen auf die Sprünge helfen musste.
      Und: Für seine Idee, in der DDR aufzutreten, komponierte Lindenberg zuvor schon mehrere Lieder, zum Beispiel “Mädchen aus Ostberlin”. (Lindenberg war im Übrigen als Privatperson hin und wieder in Ostberlin. Hierüber gibt es zahlreiche Legenden)

      (3) Der Lindenberg-Pugatschowa-Deal war: Lindenberg durfte in der Sowjetunion auftreten (wahrscheinlich um über diese Tür in die DDR zu kommen), wenn er im Gegenzug sowjetische Künstler im Westen bekannt macht. Man war damals in der SU so sehr vom Leistungsvermögen der damaligen sowjetischen Sänger überzeugt, dass man hoffte, mit Hilfe von Udo Lindenberg einen neuen Devisen-Markt erschließen zu können. Und der Deal lief über das sowjetische Kulturministerium.

      (4) Die Meinung von “Gregor v. Kursell” kann nachvollziehen, wer wie ich hin und wieder zum Konsum russländischer Konzertveranstaltungen gezwungen wird. Sie ist einfach immer da! (Nervig auch, dass der gesamte Pugatschowa-Clan omnipräsent scheint.)

      Dennoch sollten wir uns erinnern, dass es unter anderem der künstlerischen Autorität der Pugatschowa zu verdanken ist, dass fast vergessene Künstler, wie zum Beispiel die Zwetajewa, wieder zu allen Ehren kamen, wenn auch etwas verspätet.

      Freundlichst
      A. S.

    5. KrusensternNo Gravatar schreibt:

      Herzlichen Dank für Deine Zusatzinformationen! Gibt es für den “Lindenberg-Pugatschowa-Deal” irgendwo Belege? (Es müssen ja nicht gerade die Originalverträge des Kreml sein)

    6. Andreas SolfNo Gravatar schreibt:

      Ich gebe zu, dass ich hin und wieder ziemlich »unrasiert« schreibe. Worte wie »Deal« hätte ich wohl besser vermieden.

      (1) Es gab in jener Zeit im Osten, insbesondere in der Sowjetunion, zu solchen Themen wenig öffentlich gedruckten Text. Aber für jeden, der einen Reisepass für eine Dienstreise bekommen wollte, war ein Ministerium zuständig. Wirksamkeitsvoraussetzung war ein entsprechender Vertrag.

      (2) Zu jener Zeit war die Sowjetunion in einer ziemlich verzwickten Situation. Die Antwort auf den NATO-Doppelbeschluss führte zu erheblichen Disproportionen in der Volkswirtschaft. Wort der Jahre - wenn es so etwas gegeben hätte - war “Defizit”. Es gab faktisch fast nichts zu kaufen, sie waren tatsächlich auf jede “Devise” angewiesen.

      (3) Die Künstler der Sowjetunion waren (und das kann heute auch für die Nachfolgestaaten gelten) von ungewöhnlich hoher Qualität, wegen der Ausbildung, zu der man sie nötigte. Sie hätten durchaus auch ihren Platz im Westen gefunden, wenn die senilen Kulturfunktionäre - damals - etwas vom Vertrieb verstanden hätten.

      Es gibt weitere Indizien dafür, dass mein Kommentar richtig sein könnte, mein Bezugssystem waren seinerzeit die nächtelangen Diskussionen im Freundeskreis, - an die ich mich sehr gut erinnern kann. Die aber zugleich nichts beweisen.

    7. KrusensternNo Gravatar schreibt:

      Herzlichen Dank für die näheren Erläuterungen! Ich habe schon am Donnerstag beim Management von Udo Lindenberg schriftlich nachgefragt, wie die Zusammenarbeit mit Alla Pugatschowa und die Auftritte in Moskau zustande kamen…

    8. Olha N.No Gravatar schreibt:

      Lieber Jürg Vollmer,
      mich fasziniert die Tatsache, dass es in Deutschland über die russische Musik diskutiert wird. Haben Sie die Antwort vom Management von Udo Lindenberg bekommen? Wie ist es denn in Wirklichkeit zu einer Zusammenarbeit gekommen?

    9. robertNo Gravatar schreibt:

      Also ich muss sagen ich liebe Pugachevas Stimme. Sie ist prägnant, hat einen exzellenten Wiedererkennungswert. Mit “Arlekino” oder “million rose” hat sie sich in mein Herz gesungen. Übrigens arbeitete Pugacheva auch mit ABBA zusammen und wurde 1981 in Deutschland mit dem “Goldenen Mikrofon” als Sängerin des Jahres ausgezeichnet.

      Ich höre aus vollster Leidenschaft russische Musik und decke glaube jedes Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts ab. Empfehlenswert ist Klawdia Schulschenko, Anna German (einst Polin), Editah Peha, Samoczvety …
      Heute gibt es solch ein reichhaltiges Angebot an russischer Musik angefangen beim Chanson, Blatnyak über Folk bis hin zu Rock.
      Immer wieder gern höre ich Artemiev oder Alexej Rybnikov (Kranaya Schapochka).
      Wer Folk mag dem ist mit Zastolnaya Popsa geholfen, sehr traditionell.
      Eva Maria Hagen und Wolf Biermann veröffentlichten mit trad. russ. Songs allerdings in deutscher Sprache - eine wahrlich lustige Angelegenheit.

    10. robertNo Gravatar schreibt:

      @ Herr Kursell: Frau Pugacheva war die erste Künstlerin welche in einem Song (Arlekino) ein Schauspiel integrierte. Vielleicht sollten Sie sich das Video mal anschauen. So etwas hat es vorher nicht gegeben. Wenn Sie das als waschechter Russe nicht wissen dann ist dass sehr schade. Sie hat nicht westliche Musik kopiert sondern Rhytmen geschaffen welche westlich klingen, diese aber verbunden mit russischen Melodien. Sie hat der russischen Musik was Besonderes gegeben, allein schon durch die Vielseitigkeit ihrer Musik. Sicherlich kann Sie heute an ihre damaligen Erfolge nicht mehr anknüpfen jedoch hat Frau Pugacheva dem russ. Musikmarkt viel entgegengebracht.

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    Kommentare

    • engel: Ihr Artikel ist super amüsant und sehr informativ. Ich habe 14 Jahre auf der Krim gewohnt. Freue mich über...
    • Mueller und Meier: Bin gerade jetzt in Odessa und es erinnert tatsaechlich stark an Russland. Mehr Schein als Sein...
    • robert: @ Herr Kursell: Frau Pugacheva war die erste Künstlerin welche in einem Song (Arlekino) ein Schauspiel...
    • robert: Also ich muss sagen ich liebe Pugachevas Stimme. Sie ist prägnant, hat einen exzellenten...
    • Serg: Weiß jemand ob dieser Film jemals im Ausland präsentiert wird?

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