Moskau * Wenn sich in Moskau zwei Kater fetzen, ist das normalerweise kein Grund für ausfürhliche Zeitungsberichte. Es sei denn, bei den Kontrahenten handelt es sich um die Kater des designierten russischen Präsidenten Dmitrii Medwedew und des letzten Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Und bei der Zeitung um das Revolverblatt “Moskowski Komsomolez”. Eine Geschichte für die Katz…

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Dorofei * Дорофеи heisst der Kater von Dmitrii Medwedew * Дмитрии Анатольевич Медведев. Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet Dorotheos das “Geschenk Gottes”, Dorofei ist aber profaner zur Familie des designierten russischen Präsidenten gekommen.

Die Sibirskaja Koschka mit ihren grossen blauen Augen und dem charakteristischen hellgrauen Fell, mit dunklen Flecken im Gesicht und an den Pfoten, holte Medwedews Frau Swetlana für 20.000 Rubel vor vier Jahren aus einer Moskauer Zucht. Diese trägt den stolzen Namen “Der grosse Jäger” * “Великий охотник”, berichtet die gewöhnlich “gut informierte” Boulevardzeitung “Moskowski Komsomolez”, die von jedem dritten Moskauer gelesen wird.

dorofei, kater von medwedew, putin, labrador koni, moskowski komsomolezVom grossen Jäger war im Hause Medwedew allerdings wenig zu spüren: Mäuse muss er dort keine jagen und auf die eindeutigen Angebote der Nachbarskatzen reagierte der Kater sibirisch kühl, weiss “Moskowski Komsomolez”. Dafür habe er kürzlich vor einem Familienfest in aller Heimlichkeit den prächtig gedeckten Tisch geplündert und sei danach schlafend auf einem Porzellanteller (!) entdeckt worden.

Nur einmal habe Dorofei seinen Jagdinstinkt entdeckt und sich so heftig mit einem Nachbars-Kater gestritten, dass er einen Monat lang mit Antibiotika kuriert werden musste. Der Gewinner dieses Zweikampfes gehört – ausgerechnet Medwedews Nachbar Michail Gorbatschow, dem letzten Präsidenten der Sowjetunion. Um Dorofei vor künftigen wilden Abenteuern zu schützen, liessen ihn die Medwedews kastrieren, berichtet “Moskowski Komsomolez” – süffisant kommentiert von einer Zeitung, die bisher eher nicht als Boulevardblatt aufgefallen ist: “Statt Putins Labradorhündin Koni wird nun also ein kastrierter Kater höchstes Haustier in Russland. So ändern sich die Zeiten im Kreml…” schreibt heute die “Neue Zürcher Zeitung”.


© Foto: “Moskowski Komsomolez”

Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen: “Moskowski Komsomolez”, “Neue Zürcher Zeitung”, Wikipedia (de) (engl) (rus).
Trotzdem kann der Text unvollständige Fakten oder nicht korrekte Angaben enthalten, die bei entsprechenden Rückmeldungen selbstverständlich umgehend korrigiert werden.

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